Skeyfare

04. September 2021, 10:32:31
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Skeyfare » Orfinlir » Die Suche » Finans Erbe

Autor Thema: Finans Erbe  (Gelesen 4957 mal)

Offline Chacota

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Finans Erbe
« am: 14. Februar 2007, 19:39:14 »
Langsames Erwachen. Ein Tag der kurzen Kette.
Ein blutdurchtränkter Verband am linken Unterarm – keine Erinnerung an die Berührung. Keine Bewegung ohne Schmerz - was ist es diesmal?
Durst, ich habe solchen Durst.
Klirren, ein Ruck, er ist da.
Bitte nicht anfassen.


Er fährt hoch, erkennt Mea und Haidan neben sich. Es ist dunkel, doch die Nacht ist vorbei. Er greift zum Wasserschlauch, trinkt in großen Schlucken. Prüft den Arm. Nichts, nur ein Gefühl.
\„Es gibt nichts mehr zu beginnen, nichts zu entscheiden. Ich muss es nur noch vollenden.“\

Offline kolvar

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Re: Finans Erbe
« Antwort #1 am: 14. Februar 2007, 20:10:54 »
"Habe ich auch, wenn ich an Pferdefleisch denke."
"Jeder, der  genaustens Buch über seine geistige Stabilität führt, kann sich sicher sein, daß er etwas vergessen hat, zu notieren."
Aus: Die freundilchen Weisheiten des Kolvar, Bd 1,5,26

Offline Chacota

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Re: Finans Erbe
« Antwort #2 am: 14. Februar 2007, 21:22:28 »
Er wendet den Kopf und blickt zu Haidan, es ist zu dunkel um seinen Gesichtsausdruck lesen zu können, sein Tonfall betont beiläufig. "Ich weiß nicht, was du meinst - es sei denn, Pferdefleisch macht durstig." Er reicht ihm den Wasserschlauch hinüber.
\„Es gibt nichts mehr zu beginnen, nichts zu entscheiden. Ich muss es nur noch vollenden.“\

Offline kolvar

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Re: Finans Erbe
« Antwort #3 am: 15. Februar 2007, 10:20:31 »
"Den Angstschweiß, das plötzliche Hochschrecken, das Gefühl von Schmerz, wo keiner ist. Aber Durst ist da meist auch irgendwo."
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Re: Finans Erbe
« Antwort #4 am: 15. Februar 2007, 13:01:56 »
Er starrt in die Dunkelheit, antwortet erst viel später. "Alpträume gehören zu diesem Leben dazu." Dann, leicht: "Ich kann die restliche Wache übernehmen."
\„Es gibt nichts mehr zu beginnen, nichts zu entscheiden. Ich muss es nur noch vollenden.“\

Offline kolvar

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Re: Finans Erbe
« Antwort #5 am: 15. Februar 2007, 13:14:17 »
"Ich kenne einige, die haben keine Alpträume mehr. Aber mit denen gebe selbst ich mich ungerne ab. Ich vermute, Fechtnas Eltern hatten auch keine Alpträume. Aber du kannst die Wache gerne übernehmen." Er legt sich hin.
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Re: Finans Erbe
« Antwort #6 am: 15. Februar 2007, 17:15:28 »
Der Tag vergeht, am Abend rollt er seine Bettrolle ein wenig abseits aus.

Es ist kalt, das Stroh ist nass. Es riecht nach der See.
Mein Gesicht an der Mauer.
Ich will aufstehen, ich muss bereit sein . . . doch nichts gehört mehr mir, nichts gehorcht mir.
Was hat er in der Hand, was ist es? Ein Nagel?
Ich kann nicht sehen, was geschieht!
WO IST ER?
Der Schmerz explodiert im Rücken. Noch einmal. Noch einmal.


Er fährt hoch, der Schmerz will nicht nachlassen.
Der Wunsch zu fliegen übermächtig, er zwingt sich zu bleiben.
\„Es gibt nichts mehr zu beginnen, nichts zu entscheiden. Ich muss es nur noch vollenden.“\

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Re: Finans Erbe
« Antwort #7 am: 16. Februar 2007, 13:11:06 »
Den Tag über scheint er den linken Arm zu schonen, ab und zu schreckt er bei dem Geklirr der Pferdegeschirre auf.

Jemand zieht mich auf die Knie, die Ketten werden gelockert.
Die Stimme.“Der Fuß sieht nicht gut aus.“
Hände, die erneut nach mir greifen, ich will mich verteidigen.
Jetzt! Doch die Bewegung endet, meine Hand wird zurückgerissen.
Lachen.
Verbandszeug. In seinen Händen.
Bereite dem ein Ende.
Lachen.


Er fährt hoch. Ein Blick, haben die anderen das Lachen auch gehört? Ein Ton hängt noch in der Nachtluft.
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Re: Finans Erbe
« Antwort #8 am: 17. Februar 2007, 17:09:50 »
Den Tag über schont er den rechten Fuß, er wirkt übermüdet.

Wie oft schaffe ich es noch zu schweigen?
Ich bin niemand mehr . . .
Jemand ist hier. Ich sage dir alles, nur hör auf.
Bitte! Kein Erfolg, nur Schmerz.
Wie lange noch?


Er erwacht erst als er bemerkt, dass er sich aufgerichtet hat, die Hände schmerzhaft verschränkt, das Gesicht nass. Er dreht sich hastig um, knetet die Hände bis wieder Leben in ihnen ist.
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Re: Finans Erbe
« Antwort #9 am: 20. Februar 2007, 10:21:14 »
An diesem Tag wahrt er einen auffälligen räumlichen Abstand zu den anderen beiden.

Dann scheint es vorbei.
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Offline Chacota

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Re: Finans Erbe
« Antwort #10 am: 22. Februar 2007, 09:03:01 »
Ich wache auf und weiß nicht, wo ich mich befinde.
Die linke ist angekettet, die rechte nichts wert.
Wo bin ich? Ich hebe den Kopf und höre eine Stimme.
„Du bist also noch nicht tot.
Dann werde ich mal dem Meister Bescheid geben.“
Der junge Mann erhebt sich und öffnet eine Tür.


NICHT!
Es gelingt ihm, wieder einzuschlafen.
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Re: Finans Erbe
« Antwort #11 am: 09. März 2007, 14:59:53 »
Ich spüre ihren Arm auf mir liegen, die Wärme ihres Körpers – ich schlafe ein.
Ein Fußtritt weckt mich. „Es ist soweit.“
Ein Moment der unendlichen Erleichterung:
Ich verlasse diesen Raum, nie wieder eine Berührung.
Dann: Shuthas Gesicht, sie wendet sich von mir ab.
Und Finan führt mich die Treppe hinab.


Er erwacht unter freiem Himmel, versucht die Angst zu beherrschen; sein Atem beruhigt sich. Er steht auf, bewegt die Arme, blickt in die Dunkelheit gen Osten.
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