Skeyfare

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Autor Thema: Terry Pratchett: Nation  (Gelesen 2741 mal)

Offline kolvar

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Terry Pratchett: Nation
« am: 28. November 2007, 09:43:37 »
Mal wieder ein neuer Pratchett, aber seit Jahren tatsächlich ein Jahr ohne Scheibenweltroman. Mit "Nation" hat Pterry ein weiteres Jugendbuch abgeliefert, in dem er sich stilistisch und inhaltlich, zumindest was seine Werte angeht, treu bleibt.
Das Buch spielt auf einer Welt, die der unseren so ähnlich ist, dass, zumindest anfänglich, nur der Blick auf die Karte einen Unterschied zeigt. Später merkt man auch, dass die "Große Geschichte" der Fürstenhäuser und Wissenschaft ein wenig anders verlaufen ist.
Aber es geht in diesem Buch um die kleine Geschichte, die Geschichte vornehmlich von Mau und "Daphne". Mau, der einzige Überlebende eines Volkes, dass als "Nation" eine kleine Insel im südlichen Ozean bewohnt hat, Daphne die einzige Überlebende einer Schiffskatastrophe und 131. in der Thronfolge des englischen Königshauses.
Natürlich raufen die beiden sich zusammen, aber Nation ist nicht "Die blaue Lagune" und auch kein "Robinson Crusoe", sondern ein Roman von Terry Pratchett. Und das ist beides, ein Segen, wie auch ein Fluch für das Buch. Der Segen liegt in den vielen kleinen Weisheiten, die in die Geschichte hineinfließen, in den Figuren, die sich entwickeln, und den Wendungen, die die Geschichte nimmt. Ein Fluch, weil man das Gefühl hat, all zu viel davon schon einmal in einem seiner anderen Bücher gelesen zu haben.

Alles in allem hat mir die Erstlektüre jedoch viel Spaß gemacht, auch wenn es nicht so lustig war, wie einige seiner anderen Bücher. Auch sollten allzu zartbesaitete Personen abstand von der Lektüre nehmen, denn es wird viel gestorben und wenn über die Leichen berichtet wird, wird zwar schon vorsichtig geschrieben, aber die Leichen toter Babys sind nicht nach jedermanns geschmack.
Am Ende konnte ich mir an einer Stelle eine kleine Träne nicht verdrücken, aber es war nicht so schlimm wie beim "Amber Spyglass" (und außerdem bin ich eine olle Triefnase, wenn es um so was geht).
"Jeder, der  genaustens Buch über seine geistige Stabilität führt, kann sich sicher sein, daß er etwas vergessen hat, zu notieren."
Aus: Die freundilchen Weisheiten des Kolvar, Bd 1,5,26