Skeyfare

08. April 2022, 15:53:05
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Autor Thema: Jade Warrior  (Gelesen 2705 mal)

Offline kolvar

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Jade Warrior
« am: 30. November 2007, 13:06:07 »
Dies wird jetzt eine sehr vorsichtige Besprechung, da man einen Film wahrscheinlich besser nicht anhand einer Kopie auf einem 5cm Bildschirm bewerten sollte. Nichtsdestotrotz...
Man nehme:
  • Den finnischen Nationalmythos
  • Etwas Geschichtskenntnisse
  • Einige der derzeit wichtigsten finnischen Schauspieler
  • Wuxia
(Und wer jetzt nicht weiß, was Wuxia ist, der denke an all die übermenschlichen Kampfkunststücke in chinesischen (und anderen) Filmen. )
Wem diese Liste ein wenig seltsam erscheinen mag, der ist nicht alleine, denn dies sind die Hauptingredenzien der ersten finnisch-chinesischen Coproduktion. 
Die Kalevala, der finnische Nationalepos, enthält einige der eigenwilligsten Sagen westlich des Urals und eine davon handelt von der Sampo, einem magischen Artefakt, geschmiedet von Ilmarien. Niemand weiß, wie die Sampo aussieht. Noch ist bekannt, was das Wort bedeuten soll, nur gibt es Anzeichen dafür, dass es im Chinesischen eine Übersetzung geben würde. Gut, klingt weit hergeholt, aber es ist bekannt, dass vor sehr langer Zeit Menschen kaukasischen Einschlags in China waren.
Ausgehend von dieser Prämisse dreht sich Jade Warrior um den jungen Kai, den gerade seine Freundin verlassen hat. In einem früheren Leben dazu ausersehen, einen Dämon zu besiegen und dafür ins Nirvana eingehen zu dürfen, vollendete er seine frühere Aufgabe nicht und sieht sich nun, in diesem Leben, ohne es zu wissen, erneut dem Dämon gegenüber.
Warum und wie kann man sich bei Wikipedia durchlesen oder besser gleich den Film sehen. Denn es lohnt sich tatsächlich, den Film anzusehen. Und im Gegensatz zu meiner oben gemachten Behauptung, Wuxia spiele eine Rolle in diesem Film, handelt es sich doch um ein ruhiges und eher nachdenkliches Werk. Die Kampfszenen stehen nicht für sich selbst, oder weil der Held sich durch sie definiert. Vielmehr geht es in diesem Film um die Selbstfindung, nicht nur Kais, sondern auch seiner Freundin und des Dämons. Und so muß man die Kämpfe eher als eine Definition der Personen nach außen hin und in ihrer Beziehung zueinander sehen, denn als ein Weg der Konfliktbewältigung. Nicht umsonst wird an verschiedenen Stelle der gleiche Stil der Liebenden verwendet.

Alles in allem sollte man also nicht mit den falschen Erwartungen in diesen Film gehen, wer sich jedoch auf den langsamen Rythmus einlässt, kann ihn durchaus ein oder zweimal genießen.
"Jeder, der  genaustens Buch über seine geistige Stabilität führt, kann sich sicher sein, daß er etwas vergessen hat, zu notieren."
Aus: Die freundilchen Weisheiten des Kolvar, Bd 1,5,26