Skeyfare

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Skeyfare » Online Abenteuer » Abenteuer (Moderator: kolvar) » Die Rache des Satyrn

Autor Thema: Die Rache des Satyrn  (Gelesen 81353 mal)

Offline Makkharezz

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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #120 am: 07. Dezember 2011, 16:23:28 »
„Zwischenfälle? Was denn für Zwischenfälle?“ gibt Sayuri zurück, hauptsächlich, um Zeit zu gewinnen. Plötzlich macht Finte auf sie nicht mehr den Eindruck eines Bauern, der nichts weiter im Sinn hat als seine Ernte, das Wetter und der kaputte Weidezaun. Sie beschließt, sich erst einmal dumm zu stellen. „Ich habe nur das weitergegeben, was Ritter Lewek mir aufgetragen hat. Mehr hat er nicht gesagt.“ Sie richtet den Blick auf ihre Stiefelspitzen, um ihre Lüge zu verbergen und hofft, dass Finte es als Schüchternheit interpretiert.

Erst dann kommt ihr sein letzter Satz noch einmal in den Sinn, und sie reißt den Kopf wieder hoch: „Was meinst du denn, es könnte noch gefährlicher werden?“ Jetzt, wo sie es sich genau überlegt, scheint ihr der Mann verdächtig. Ist er etwa in die Vorkommnisse verstrickt? Der Gedanke, dass er etwas mit dem Mord zu tun haben könnte, facht ihre Wut über das Verbrechen wieder an. Sie vergisst, dass sie ihm ganz alleine gegenübersteht und fragt misstrauisch: „Weißt du denn etwas über den Gehörnten, oder über Karis Tod?“
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Offline Manasse

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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #121 am: 08. Dezember 2011, 09:45:16 »
Er hebt in einer übertriebenen Geste die Hände, doch sein Tonfall bleibt ernst: "Glaub mir, wenn ich wüsste, wer die Kleine auf dem Gewissen hat, dann würde Ritter Lewek jetzt den Befehl geben können ein Grab auszuheben."
Finte schüttelt den Kopf. "Nein, über dieses Verbrechen weiss ich nichts. Aber den Gehörnten habe ich schon ein oder zweimal gesehen, allerdings nicht an diesem Ort. Nein, ich habe einmal jemanden gejagt, der mächtiger war als er. Aber ich hoffe, dass dieses Wesen noch an jenem Ort gefangen ist, an den ich ihn verbannte."
Er dreht den Kopf und seine hellen Augen fixieren nun Sayuri. "Du musst mir in dieser Sache vertrauen, bitte."
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Edmond Rostand

Offline Makkharezz

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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #122 am: 08. Dezember 2011, 11:25:39 »
"Muss ich das, ja?" entgegnet Sayuri unwirsch. "Vielleicht verrätst du mir erstmal eins: Wenn du ein Wesen verbannen kannst, das mächtiger ist als Capra, wie kommt es dann, dass du keinen Finger gerührt hast, als er plötzlich hier aufgetaucht ist und die Menschen bedroht hat?" Die Angst vor dem Satyrn sitzt ihr noch in den Knochen, das ist ihr deutlich anzusehen, und daraus ist der Zorn geboren, mit dem sie Finte nun angeht. "Wer weiß, was er den Leuten angetan hätte, wenn die Flöte ihn nicht verjagt hätte!"

Sie stockt, als sie merkt, dass sie etwas verraten hat, das sie eigentlich für sich behalten sollte, aber da ist der Satz schon ausgesprochen, und sie kann ihn nicht mehr zurücknehmen.
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Offline Manasse

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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #123 am: 09. Dezember 2011, 14:21:41 »
Bitter erwidert er: "Das kannst du nicht verstehen, doch ich habe meine Gründe, mich zu verbergen. Ich wusste nicht, dass der Satyrn im Dorf einen Komplizen gefunden hat, sonst hätte ich versucht, dagegen etwas zu unternehmen, aber so war ich nicht vorbereitet." Und leise murmelnd fügt er hinzu. "Und wollte es auch nie wieder."
Lauter wieder, entschieden. "So, du hast also die Flöte benutzt um die Dörfler von dem Bann Capras zu befreien. War das deine Idee? Und woher hatest du die Flöte? Ist dir nie in den Sinn gekommen, dass auch die Flöte gefährlich sein könnte? Das ist sie nämlich." Ärger liegt nun in seiner Stimme, der aber nicht gegen Sayuri gerichtet zu sein scheint, sondern eher gegen ihn selbst.
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Offline Makkharezz

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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #124 am: 09. Dezember 2011, 18:16:31 »
Kurz schweigt Sayuri, doch ihre Hilflosigkeit ist ihr nur zu gut bewusst, also entscheidet sie sich, dem mysteriösen Dorfbewohner alles zu erzählen. „Die Flöte lag in der unterirdischen Kapelle, bei der Ruine des Gutshauses, im Wald, dort wo Kari gefunden wurde. Sie muss mich bezaubert haben, denn ich war mir nicht einmal bewusst, dass ich sie bei mir hatte, bis plötzlich der Gehörnte auftauchte. Und selbst dann war ich nicht Herrin meiner Selbst. Es war, als würde die Flöte alles steuern, was ich tue, und ich konnte nichts dagegen machen.“

Sie hat langsam und ohne großen Elan berichtet, gerät nun ins Stocken und beobachtet nervös die Reaktion Fintes. Erst als sie sich vergewissert hat, dass er ihr weiter zuhört und ihre Geschichte nicht sofort als Lüge oder Spinnerei bezeichnet, fährt sie fort. Nun kommt sie zum Kern des Ganzen, und ihre Aufregung äußert sich darin, dass sie nun lauter spricht und ihre Erzählung mit ausladenden Gesten begleitet. „Dann hat sie mich gezwungen, Ritter Lewek und Fergon mit einer List zur Kapelle zu bringen. Dort hat sie mir ein Ritual eingeflüstert, dass ich ausführen musste. Ich glaube, es ging darum, das Wesen aus der Flöte zu befreien. Aber dann hat Manasse gemerkt, dass etwas nicht stimmte und hat dazwischengefunkt. Ich habe die Kontrolle verloren, und ist Fergon von der Kreatur besessen, und statt dessen ist der Ritter in der Flöte gefangen.“

Inzwischen hat sie die Flöte aus ihrer Tasche gefischt und hält sie vorsichtig wie ein rohes Ei, aber dicht an ihrem Körper, als müsste sie Manasse beschützen.
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Offline Manasse

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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #125 am: 10. Dezember 2011, 18:50:04 »
"Das ist gar nicht gut", murmelt Finte und betrachtet die Flöte, ehe er Sayuri bittend anschaut und die Hand nach der Flöte austreckt. "Darf ich?"

Er nimmt die Flöte ganz vorsichtig in die Hand und nickt dann. "Ja, es ist die Flöte, in die ich vor fast drei Jahren einen Dämon namens Berlatur ein gesperrt habe. Er muss es irgendwie geschafft haben, Fergon oder den Gehörnten zu bezaubern und ihn überredet haben, ihn mit in die Kapelle zu nehmen. Was bin ich nur für ein naiver Idiot! Zu glauben, so mit meiner Vergangenheit abschließen zu können. Nun haben wir den Schlamassel!"
Er sieht Sayuri an und sie sieht die Schuld in seinen Augen lodern. "Ihr seid unschuldig an dem, was geschah, unvorbereitet ist man machtlos gegen den Zauber Berlaturs. Wir müssen versuchen, ihn so schnell es geht zu finden und zu töten. Falls uns das gelingt. Und falls Ihr mir helfen wollt." Finte sieht Sayuir fragend an.

"Von meiner Seite aus steht der Hilfe nur ein fehlender Körper im Weg", erklingt Manasses Stimme aus der Flöte und Finte schreckt so, dass er aufspringt und fast die Flöte fallen läßt.
Er wendet sich an Sayuri statt an Manasse und sieht sie mit weit aufgerissenen Augen an. "Der Ritter kann uns hören?"

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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #126 am: 10. Dezember 2011, 20:45:04 »
Sayuri kann sich nicht recht entscheiden, ob sie verzweifelt sein soll, weil sie nun noch gegen einen  Dämonen vorgehen müssen, oder zuversichtlich, weil sie jemanden gefunden hat, der Mittel und Wege hat, gegen solche Gegner zu bestehen.

Als Finte sie fragt, gibt sie verwirrt zurück: "Sicher, er ist ja hier. Wieso soll er uns nicht hören? Sein Körper ist noch in der Kapelle, er ist bewusstlos." Sie zögert, dann fragt sie: "Wenn du den Dämon in die Flöte verbannt hast, kannst du bestimmt Manasse wieder in seinen Körper zaubern, nicht wahr?"
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Offline Manasse

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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #127 am: 11. Dezember 2011, 11:06:48 »
Finte zögert und Sayuri sieht förmlich wie er überlegt und sich dann entscheidet, offen zu ihr zu sein. "Berlatur muss die Flöte in irgendeiner Form manipuliert haben, denn ich habe ihm nie im Leben die Möglichkeit gegeben, seine Umwelt zu hören und sich verständlich zu machen. Deshalb hoffe ich, dass ich dem Ritter helfen kann, aber sicher bin ich mir nicht."

Er blickt auf die Flöte herab und spricht lauter als notwendig: "Ihr könnt mich hören, Ritter Lewek? Ich werde versuchen, Euch wieder zu Eurem Körper zu verhelfen."

"Ist es nicht wichtiger, den Dämon schnell zu finden und auszuschalten? Solange kann ich es hier schon noch aushalten, immerhin habe ich keinen Durst und keinen Hunger. Was sonst eher selten vorkommt." Manasses Stimme schwankt zwischen Humor und Bedenken.

Finte wendet sich an Sayuri: "Meint Ihr, sein Körper ist dort sicher? Weiss Berlatur davon? Denn wenn ja, dann wird er sich ganz bestimmt diesen Körper erobern wollen. Wisst Ihr, wohin er geflohen ist? Hier im Dorf wurde bis jetzt noch kein Alarm ausgelöst."
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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #128 am: 11. Dezember 2011, 15:29:07 »
Sayuri wird mit einem Mal ganz bleich. "Oh nein! Und ich habe ihn dort allein gelassen! Ich weiß nicht, ob  Berlatur gemerkt hat, dass Manasse in die Flöte gesperrt wurde, aber es ist gut möglich. Er hat die Macht über Fergons Körper übernommen und ist damit aus der Kapelle gelaufen. Ich weiß nicht, wo er ist, aber mit Fergons Körper kann er im Dorf herumspazieren, ohne dass jemand ihn als Dämon erkennt."

Gehetzt wirft sie einen Blick auf das Dorf, dann zum Waldrand. "Was machen wir denn jetzt? Bewachen wir das Dorf oder holen wir den Ritter aus der Kapelle?"
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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #129 am: 12. Dezember 2011, 15:54:04 »
Auch Finte wirkt noch beunruhigter. "Ich sage Belham, er soll nach Fergon Ausschau halten und anschließend sollten wir so schnell es geht zur Kapelle gehen."
Manasse schweigt.

Finte eilt zu einem der Häuser des Dorfes,  kurz danach ist er schon wieder da und zusammen hetzen sie den inzwischen gut bekannten Waldpfad zur Kapelle. Kurz vor der letzten Kurve bleibt Finte stehen, er hebt die Hand und lauscht.
Eindeutig ist ein Knacken und Blätterrascheln von der kleinen Lichtung zu vernehmen.
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Edmond Rostand

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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #130 am: 12. Dezember 2011, 18:03:00 »
Schnell duckt Sayuri sich hinter ein Gebüsch und versucht, durch die Sträucher zu erkennen, was auf der Lichtung passiert.
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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #131 am: 14. Dezember 2011, 11:37:22 »
Zu ihrem Entsetzen sieht Sayuri, dass Fergon den Körper von Manasse auf die Lichtung geschleppt hat und dabei ist, die Kerzen und anderen Hilfsmittel des Rituals auf dem Gras zu verteilen, er pfeift dabei fröhlich vor sich hin. Sein Mimik und Gestik hat nur noch wenig gemein mit dem ursprünglichen Fergon, er ist viel geschmeidiger in den Bewegungen und der Ausdruck seines Gesichts voller Arroganz und Gier.

"Verdammter Mist, wir müssen ihn sofort aufhalten!", stößt Finte hervor. "Lenk ihn ab, vielleicht 2 Minuten, die brauche ich um mich vorzubereiten, schnell!"

"Uh, das wäre gut, denn ich hätte mich wirklich gerne wieder", Manasses Stimme ist trotz der lustigen Phrase inzwischen leise und bedrückt geworden.
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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #132 am: 14. Dezember 2011, 20:01:55 »
"Keine Sorge, wir werden ihm einen Strich durch die Rechnugn machen", antwortet Sayuri mit mehr Zuversicht als sie in Wirklichkeit empfindet. Hastig flüstert sie ein Gebet. Es dauert nur wenige Augenblicke, dann beendet sie ihre Beschwörungsformel mit einer ausladenden Geste in Richtung des Dämons. Dort taucht plötzlich ein Dachs auf, der sich fauchend auf Fergon stürzt und sich in seinem Bein verbeißt.

"Zwei Minuten, zwei Minuten..." murmelt Sayuri, und weil ihr nichts Besseres einfällt, rennt sie auf die Lichtung und schnappt sich so schnell sie kann eine Kerze und die Federn, die in Reichweite sind. Damit will sie wegrennen, in der Hoffnung, dass der Dämon ohne sie das Ritual nicht ausführen kann und Finte irgend etwas unternimmt, bevor Berlatur sie in die Finger bekommt.
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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #133 am: 15. Dezember 2011, 11:51:03 »
Die Fratze Fergons erstarrt als der Dachs sich in seinem Bein verbeisst, zunächst versucht er ihn abzuschütteln, dann sieht er jedoch Sayuri und als sie sich bückt um die Kerze aufzuheben stößt er einen markerschütternden Wutschrei aus und zerrt den nicht gerade leichtgewichtigen Dachs erstaunlich mühelos am Bein hinter sich her. Er scheint den Schmerz des Bisses nicht zu spüren.
Dann hört sie seine Stimme: "Du bist doch meine kleine Helferin, willst du mir nicht noch einmal helfen?" Seine Stimme hat immer noch eine seltsam betörende Wirkung auf Sayuri, doch gleichzeitig hört sie Manasse, der sie anbrüllt: "Nicht stehenbleiben, hör nicht auf ihn!"
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Edmond Rostand

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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #134 am: 15. Dezember 2011, 18:27:47 »
Für Manasse, der zwar alles hören, aber nichts sehen kann, dauern die nächsten Momente eine halbe Ewigkeit, denn Sayuri antwortet weder auf die verlockende Stimme des Dämonen noch auf Manasses Warnung.

Er kann nicht sehen, wie Sayuris Blick an Fergons Gestalt haftet, wie die Spannung aus ihrem Körper plötzlich verschwindet. Ihre Beine versagen ihr den Dienst, ihr Gesicht schweißgebadet. Sie kann nichts tun als dazustehen und Fergon anzustarren, so sehr sie sich auch anstrengt.

Doch ganz langsam sickert der Ruf des Ritters durch den Nebel des Dämonenzaubers in ihr Bewusstsein. Ihr Blick streift den bewegungslosen Körper des jungen Mannes, der dem Dämonen schutzlos ausgeliefert ist. Irgendwie bringt sie die Willenskraft auf, Berlaturs Bann zu widerstehen. Langsam bückt sie sich, als wollte sie die Kerze wieder an ihren Platz stellen, aber nur, um den Dämonen in Sicherheit zu wiegen. Sie nimmt all ihre Kraft zusammen, holt aus und schleudert die Kerze in hohem Bogen von sich, die Dutzende Meter weit fliegt und dann im Unterholz verschwindet. Sofort danach sprintet Sayuri los, und zwar in die entgegengesetzte Richtung.

Mit all dem hat Sayuri alle Hände voll zu tun, und sie kommt nicht dazu, die Geschehnisse auch noch für Manasse zu kommentieren, so dass der vollkommen ahnungslos ist.
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