Skeyfare

07. September 2021, 10:56:06
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Skeyfare » Online Abenteuer » Abenteuer (Moderator: kolvar) » Die Rache des Satyrn

Autor Thema: Die Rache des Satyrn  (Gelesen 61508 mal)

Offline Manasse

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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #225 am: 16. Februar 2012, 11:48:34 »
Sein Blick wandert etwas verunsichert zwischen seiner Hand und Sayuris Gesicht hin und her, ein paar Mal zuckt seine Miene, doch er sagt nichts. Als das Schweigen schon unangenehm wird räuspert er sich schließlich, er wirkt noch immer unentschlossen.
"Ich bin dir nicht böse, es ist nur so, dass ich beim Stab geschworen habe, Amabea zu dienen." Jetzt ist er sich seiner Sache sicherer, spricht fester: "Man kann nicht mehreren Göttern gleichzeitig dienen und ob Geridia (er betont es falsch) nur Elanita in anderer Form ist, weiss ich einfach nicht." Er beginnt langsam, den Verband von seiner Hand zu lösen. "Ich muss noch darüber nachdenken und vielleicht hast du recht, wenn du mich einen Idioten nennst. Aber ich habe einfach kein gutes Gefühl, wenn ich mit dieser Hand dann zu Amabea bete."
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laß ich die Wahrheit klirren statt der Sporen."
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Offline Makkharezz

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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #226 am: 16. Februar 2012, 18:24:23 »
Es ist die Antwort, die Sayuri erwartet hat, und dennoch ist sie enttäuscht. Sie schaut zu, wie Manasse sich von dem Verband befreit und murmelt: „Verzeih mir, ich hätte es besser wissen müssen.“ Auch sie hat das Bedürfnis, die peinliche Stille zu unterbrechen und erklärt: „Es war ein Segensgebet, an eine barmherzige Göttin, die Leben erschafft und…so vieles mehr. Aber es ist nicht nur ein anderer Name für Elanita, also ist es für dich wohl Ketzerei, wenn dir in ihrem Namen Gesundheit geschenkt wird.“

Es ist ein hartes Wort, das sie benutzt, und die Anspannung, mit dem sie es ausspricht, lässt vermuten, dass sie nicht zum ersten Mal eine solche Diskussion führt.
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Offline Manasse

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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #227 am: 17. Februar 2012, 18:18:34 »
Manasse zieht die Augenbrauen hoch und hört auf, den Verband abzuwickeln. Als er antwortet klingt er verwirrt. "Haben das  andere Amabea-Gläubige so durchblicken lassen? So meine ich das nicht!" Er setzt sich wieder auf die Bettkante, läßt die Hände sinken. "Es hilft ja, das ist so seltsam." Er bemerkt Sayuris Blick und beeilt sich hinzuzufügen: "Ich meine, dass es bei mir hilft, ich will nicht an der Macht deiner Göttin zweifeln!"

Man sieht ihm an, wie die Gedanken in seinem Kopf rasen, mit einem Ruck hebt er den Kopf und sagt entschieden: "Ich werde heute abend zu Amabea beten und bis dahin sollten wir den Döflern endlich mitteilen, dass der Mod an Kari aufgeklärt ist."

Er sieht Sayui forschend an, ob sie das Friedensangebot annimmt.
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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #228 am: 17. Februar 2012, 19:48:51 »
Zumindest scheint Sayuri sich damit zu begnügen, dass diese Auseinandersetzung für den Moment beseite gelegt ist, auch wenn sie nicht wirklich zufrieden aussieht.

Sie steigt auf den Themenwechsel ein und sagt: „Also brechen wir morgen früh auf? Dann kümmere ich mich um ein paar Vorräte, und am besten sehe ich auch mal nach deinem Pferd.“ Sie ist schon auf dem Weg zur Tür, als sie über die Schulter zurückblickt und meint. „Aber bevor du den Leuten erzählst, dass alles in Ordnung ist, müssen wir uns um die Flöte kümmern. Ich werde den Teufel tun, sie noch einmal anzurühren, bevor wir sie nicht gemeinsam in den Kasten gesteckt und verschlossen haben.“ Sie deutet auf eine Decke, die zusammengeknüllt in einer Zimmerecke liegt, und neben der sie das Holzkästchen abgestellt hat.
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Offline Manasse

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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #229 am: 18. Februar 2012, 14:29:57 »
Einen Moment wirkt er noch nachdenklich, aber dann beschäftigt ihn das naheliegende Problem mit der Flöte mehr und er schwingt die Beine aus dem Bett. Zu spät denkt er daran nachzuprüfen, ob er auch genug Beinkleid trägt, stellt aber erleichtert fest, dass er seine Hosen an hat.
Manasse geht zu der Decke in der Zimmerecke, schiebt sie beiseite und betrachtet die Flöte, öffnet dann den Holzkasten und dreht sich zu Sayuri um. "Ich werde mein Amulett in die Hand nehmen und mit der anderen die Flöte in die Kiste legen. Das müsste eigentlich funktionieren, meinst du nicht auch?"
Und vorsichtig greift er nach der Flöte.
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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #230 am: 18. Februar 2012, 20:10:28 »
Fast ist Manasse enttäuscht, denn er kann die Flöte aufheben, wie ein ganz profanes hölzernes Instrument. Auch sein Amulett zeigt in diesem Augenblick keinerlei Reaktion. Er legt die Flöte in die Kiste und schließt den Deckel.

Auch Sayuri hat voller Anspannung zugesehen, und nun lässt sie mit einem hörbaren Zischen ihren Atem entweichen. „Vielleicht ist der Dämon noch zu schwach, um uns zu beeinflussen“, flüstert sie. Fragend schaut sie Manasse an. „Willst du den Kasten bei dir tragen? Wenigstens so lange, bis wir vom Schmied die Kette bekommen? Wahrscheinlich bist du mit dem Amulett besser gegen Berlaturs Einflüsterungen geschützt.“

Ohne auf eine Antwort zu warten, wendet sie sich zum Gehen. Ohne sich noch einmal umzudrehen, sagt sie noch: „Richte Amabea meinen Dank aus, dass sie uns vor dem Dämon gerettet hat.“
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Offline Manasse

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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #231 am: 21. Februar 2012, 19:21:35 »
"Ja, ich nehme ihn an mich." Er nimmt den Kasten fest in die Hand.

Als Sayuri gegangen ist bleibt Manasse noch in dem kleinen Zimmer, nachdenklich tritt er zum Fenster und blickt eine Weile hinaus, dann schüttelt er sich und als er sich umdreht wirkt er als habe er einen Entschluss gefasst.

Einige Zeit vergeht, in der Manasse mit dem Altbauern Erborg spricht und mit den Eltern der kleinen Kari. Es sind schwierige Gespräche, die Manasse schwer fallen, aber nicht desto trotz fallen ihm die rechten Worte ein. Es gelingt ihm Erborgs Gewissensbisse aufgrund der Verhaftung des Ritters zu zerstreuen und sein Beileid für die Eltern auszudrücken.

Danach jedoch fühlt er sich ausgelaugt, seine Hand pocht und er flüchtet zu Braun in den Stall. Er setzt sich auf einen der Heuballen, streichelt die dicke Nase des Pferdes und ist froh, einen Augenblick lang an gar nichts denken zu müssen.
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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #232 am: 22. Februar 2012, 17:34:33 »
Sayuri erledigt ein paar Dinge, um sich auf den Aufbruch vorzubereiten, aber danach sucht sie ebenfalls einen ruhigen Ort. Am Waldrand setzt sie sich ans Ufer eines kleinen Bachs und lässt ihre Füße im kühlen Wasser baumeln. Eine ganze Weile sitzt sie nur da, summt leise vor sich hin oder lauscht dem Plätschern des Wassers, dem Gesang der Vögel und dem Summen der Insekten.

Fast gelingt es ihr, die Schrecken der letzten Tage zu vergessen, aber schließlich holen sie diese Gedanken doch wieder ein, und mit ihnen kommt eine Unruhe, die der jungen Frau zu schaffen macht. Schon ist sie aufgestanden und sammelt ein paar Beeren, kleine Wildblumen und Tannenzapfen, die sie auf dem Waldboden zu einem bestimmten Muster anordnet. Dann holt sie aus ihrem Beutel ein Stück Brot, das sie dazulegt und einen Weinschlauch, aus dem sie einen Schluck auf das Moos tropfen lässt. Zufrieden betrachtet sie ihr Werk, dann kniet sie sich auf den Boden und beginnt zu beten.

Sie ruft Geridia an, die Erdmutter, nach ihr aber noch fast ein Dutzend weiterer Gottheiten und Naturgeister, die sie um Schutz und Unterstützung für ihre Reise bittet. Dafür verspricht sie, das Leben und die Natur zu respektieren und den Angebeteten mit allerlei kleinen Ritualen zu ehren, zum Beispiel indem sie am Morgen ein wenig Asche aus ihrem Lagerfeuer in jede der vier Himmelsrichtungen streut.

„Mal sehen, was Manasse dazu sagen wird“, murmelt Sayuri. Dennoch fühlt sie sich durch ihr Gebet ausgeglichen und optimistischer, was ihre Reise zu den Rittern angeht.

Der Abend ist schon fortgeschritten, als Sayuri schließlich zu Manasse in die Scheune kommt. Sie wirft einen verstohlenen Blick auf seine Hand, äußert sich aber nicht dazu, sondern lässt sich wortlos auf dem Boden nieder, wo sie zwei tönerne Becher abstellt und aus ihrem Weinschlauch füllt. Einen schiebt sie in Manasses Richtung, wartet aber nicht ab, ob er ihn nimmt, sondern trinkt gleich einen kleinen Schluck aus ihrem eigenen Becher.

„Neulich, als Fergon besessen war und ich einen Dachs herbeigerufen habe, um ihn anzugreifen, da habe ich das Tier mit Shaniris Hilfe beschworen. Sie ist ein guter Geist, und für alle Tiere wie eine kleine Schwester, deshalb wollen sie sie beschützen und tun ihr gern einen Gefallen.“ Es ist nicht ganz klar, warum sie das Manasse erzählt, und sie äußert sich auch nicht dazu, sondern fährt fort: „Ich habe vorhin noch einmal zu ihr gebetet, und auch zu einigen anderen Geistern und Göttern, damit sie mir beistehen, wenn wir losziehen, um Finte zu helfen. Ich habe aber nicht gesagt, dass sie dich auch beschützen sollen, damit Amabea nicht böse auf dich ist.“

Sie lässt ihre Worte in der Luft hängen, und weder scheint sie sich erklären zu wollen noch eine Antwort zu erwarten.
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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #233 am: 23. Februar 2012, 11:16:50 »
Als Sayuri im Stall auftaucht ist Manasses Speicher schon wieder aufgeladen, er freut sich sichtlich sie zu sehen, greift auch sogleich nach dem Becher und nimmt einen tiefen Schluck. Der Verband hat sich über den Tag in einen schmutzigen Lumpen verwandelt und Manasse hat ihn offensichtlich irgendwie verknotet; benutzt die Hand jedoch ohne große Schmerzen.

Er hört Sayuri aufmerksam zu, nimmt noch einen Schluck und antwortet ihr, wobei er nicht mehr so zögerlich und unsicher wirkt wie am Morgen. "Es sind deine Götter und ich bin froh, dass sie so großzügig sind und auch mir helfen. So wie Amabea auch dir geholfen hat. Wenn nun also in meinem Land deine Götter Kraft besitzen, dann doch, weil Amabea ihnen wohlgesonnen ist, oder sehe ich das falsch? Wer wäre ich denn dann, sie abzulehnen?"

Er nimmt einen Schluck und sieht Sayuri neugierig an.
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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #234 am: 23. Februar 2012, 15:44:56 »
Überrascht schaut Sayuri auf, dann lächelt sie dankbar. „Viele Menschen fühlen sich dadurch bedroht, oder es beleidigt ihre religiösen Gefühle, wenn sie von meinem Glauben erfahren. Ich muss auch zugeben, dass ich mich in einem amabeanischen Tempel nicht besonders wohl fühle. Es ist mir einfach fremd, und ich fühle einfach keine Verbindung zu Elanita oder Galana.“

Langsam fühlt Sayuri die Anstrengungen der letzten Tage. Sie reckt und streckt sich, lehnt den Rücken gegen die Wand der Scheune und nippt an ihrem Wein. „ Aber das ist mir egal. Das Leben ist schwer genug, da nehme ich jede Hilfe, die ich kriegen kann.“ Sie neigt den Kopf ein wenig und zögert, bevor sie vorsichtig sagt: „Hast du zu Amabea gebetet, so wie du gesagt hast? Weißt du nun, dass sie dir nicht übel nimmt, wenn der Segen eines anderen Gottes auf dich gewirkt wird?“
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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #235 am: 24. Februar 2012, 16:57:30 »
"Äh . . ", er wird kurz rot, aber dann antwortet er ganz offen: "Nein, ich habe mir gedacht, dass ich ja selbst einen Kopf habe und den auch mal benutzen könnte, da für hat Amabea ihn wohl auf meine Schultern gesetzt." Er grinst, ist sich seiner Sache inzwischen sicher. "Die Entscheidung ist mal wieder auf meinem Mist gewachsen, aber ich fühle mich mittlerweile ganz gut damit. Ich diene ja nicht deiner Göttin."

Manasse nimmt auch noch einen Schluck von seinem Wein und blickt einige Minuten versunken in die zunehmende Dunkelheit des Stalls bis Braun schnaubt. Er blickt hoch. "Da haben wir ganz schön was geleistet in den letzten zwei Tagen, was?"
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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #236 am: 24. Februar 2012, 22:05:18 »
In Gedanken lässt Sayuri die Ereignisse noch einmal Revue passieren, erst dann wird ihr so richtig bewusst, was alles passiert war. Sie macht eine unentschiedene Geste. „Mir kommt es vor, als wäre ich von einer gefährlichen Situation zur nächsten gestolpert, ohne je zu wissen, was ich da eigentlich tue. Aber immerhin haben wir alles versucht, was wir konnten, um den Menschen zu helfen.“ Sie muss schmunzeln, als sie sieht, wie sehr Manasse auf ihre Bestätigung wartet. „Ich schätze, dafür können wir uns schon auf die Schulter klopfen“, stimmt sie zu und hebt noch einmal den Becher, um mit dem Ritter anzustoßen.

Doch dann legt sich ein Schatten über ihr Gesicht. „Aber vor allem war es Finte, der den Dämon bezwungen hat, und mir wird  ganz schwer ums Herz, wenn ich daran denke, dass er dort drinnen mit Berlatur feststeckt.“ Mit vorsichtiger Hoffnung fragt sie: „Der Orden kann ihn doch sicher befreien, oder?“
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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #237 am: 25. Februar 2012, 12:25:18 »
Manasse stößt mit Sayuri an und erwidert abgeklärt: "Das ist normal, ich kenne das gar nicht anders. Aber ich schätze, die ganzen Heldentaten, von denen man in den Liedern so hört . . . auch Helden haben gewiss manchmal nicht gewusst, wie es weitergehen soll."

Bei ihrer Frage wird er dann jedoch nachdenklich. "Der Orden wird Finte helfen können, daran habe ich keinen Zweifel. Nur ob wir rechtzeitig in Euth sein können, das weiss ich einfach nicht." Er zuckt mit den Schultern. "Aber mehr als uns beeilen fällt mir als Hilfe nicht ein. Oder kannst du Finte irgendwie unterstützen. Mit einem Gebet meine ich?"
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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #238 am: 25. Februar 2012, 18:59:27 »
„Du meinst, ob ich einen göttlichen Zauber wirken kann, der Finte vor Berlatur beschützt, oder den Dämon schwächt?“ Sie stößt ein kurzes Lachen aus, das ausdrückt, dass sie die Idee amüsant findet, gleichzeitig aber auch frustriert ist. „Es ist schmeichelhaft, dass du mir das zutraust, aber du überschätzt meine Fähigkeiten maßlos. Ich kann für ihn beten, das ist alles. Genau wie du.“

Mit einem forschenden Blick schaut sie Manasse an, dann entschließt sie sich, ihm noch mehr zu offenbaren. „Ich bin noch jung und besitze noch nicht die Weisheit, um die Geister um mächtige Zauber zu bitten, sondern nur um kann um welche, die einen eher bescheidenen Effekt haben. Meist sind das Segnungen der Geister, die uns bei Gefahr vielleicht ein kleines bisschen mehr Mut oder Kraft geben. Ich kann ein wenig die Heilung von Wunden fördern. Ich könnte auch für ein paar Momente fremde Sprachen verstehen, und als wir im Kampf waren, konnte ich Fergon mit einem Zauber Angst machen, allerdings nur für ein paar Sekunden. Naja, und du weißt ja, dass ich einen Dachs rufen konnte, um unsere Gegner anzugreifen.“

Mit lebhaften Gesten hat sie die Aufzählung begleitet, aber jetzt lässt sie ihre Hände in den Schoß sinken. „Ich dachte nur, du würdest das vielleicht gern wissen, damit du weißt, was ich beitragen kann, wenn wir in Schwierigkeiten geraten.“ Nun, nachdem sie ihn ins Vertrauen gezogen hat, wird sie ein bisschen nervös, und sie streicht den Stoff ihres Kleides glatt, der allerdings durch die Strapazen der letzten Tage hoffnungslos zerknittert ist und sich ihren Bemühungen widersetzt.
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Offline Manasse

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Re: Die Rache des Satyrn
« Antwort #239 am: 26. Februar 2012, 12:21:54 »
Unwillkürlich sieht Manasse an sich herunter, der Ritter sieht auch eher so aus als habe man versucht, mit seiner Kleidung den Waldboden aufzuwischen, doch es scheint ihn nicht weiter zu stören.
Aufmerksam hat er Sayuri zugehört und nickt ernst. "Ich danke dir für deine Offenheit, es kann wirklich helfen, wenn man weiss, wozu der andere fähig ist." Er klopft auf sein Schwert. "Bei mir gibt es da wenig Überraschungen, mit dem Schwert kann ich umgehen, ich kenne die Gesetze des Ordens und der Hügelstätte und bin ein geübter Reiter. Mehr Geheimnisse gibt es nicht."

Nun reibt er doch an einem der vielen Flecken an seinem Hemd herum und als er wieder hochsieht kann Sayuri zum erasten mal so etwas wie Angst in Manasses Augen sehen. "Meine Eltern . . . sie gehören einer Sekte Amabeas an . . also ich will sagen, sie sind sehr streng gläubig . . also, wir  . . . ich und mein Vater . . wir haben nicht sehr viele Gemeinsamkeiten." Er holt Luft. "Er meint, mein Glaube sei nicht tief genug und ich hätte nie in einen Orden aufgenommen werden dürfen!"
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